Görresstraße 5, 45657 Recklinghausen, 02361 936560

Religion

Ein besonderes Fach

Das Fach Religion nimmt eine Sonderstellung unter den Unterrichtsfächern ein.  Als einziges Schulfach wird es ausdrücklich im Grundgesetz erwähnt. Es ist das einzige Fach, dessen Inhalte nicht der Staat allein bestimmt, sondern die in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften formuliert werden, und das infolgedessen nur von Personen unterrichtet werden darf, denen auch eine kirchliche Lehrerlaubnis erteilt wurde. Das heißt aber nicht, dass es sich beim Religionsunterricht um eine reine Glaubensunterweisung handelt.  Es geht vielmehr darum, Kindern und Jugendlichen eine mündige Entscheidung für den Glauben zu ermöglichen. Dafür müssen sie sich mit den „geistigen Überlieferungen“, die „unsere kulturelle Situation geprägt haben“, vertraut machen, wie es in einem Papier der Würzburger Synode (1972-75) heißt. Dort wird weiter ausgeführt, dass Religionsunterricht zu „verantwortungsvollem Handeln und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube befähigen soll“. Während dem gläubigen Schüler geholfen wird, sich bewusster für den Glauben zu entscheiden, bietet er zweifelnden Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit den Antworten des Christentums auseinanderzusetzen. Sich als ungläubig betrachtende und nicht konfessionell gebundene Schülerinnen und Schüler, die am Religionsunterricht teilnehmen, erhalten die Gelegenheit, den eigenen Standort durch Auseinandersetzung mit der Gegenposition klarer zu erkennen.

Im Religionsunterricht geht es um existentielle Fragen, die allerdings auch für den Alltag der Schülerinnen und Schüler von Bedeutung sind. Kein schulisches Fach kann ohne Empathie von Seiten der Lehrperson unterrichtet werden, dies gilt in besonderem Maße für den Religionsunterricht.