Schule ohne Rassismus

Schule mit Courage

Das MCG darf sich seit September 2017 Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage nennen. Hiermit sind wir Teil eines bundesweiten Netzwerks von Schulen, an denen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie alle Angestellten dazu verpflichtet haben, für ein tolerantes Miteinander in der Schulgemeinschaft einzusetzen. Das Gütesiegel erhielt das MCG am 18.November 2017 in einer Feierstunde, bei dem auch Achim Hagemann als prominente Person und  ehemaliger Schüler des MCG als Schirmherr anwesend war.

Weitere Informationen findet man auf der Homepage des Netzwerks:  https://m.schule-ohne-rassismus.org/startseite/ 

Jüdische Schülerinnen am Marie-Curie-Gymnasium

Das Oberlyzeum für Mädchen in Recklinghausen, die Vorläuferschule des heutigen Marie-Curie-Gymnasiums, war bis zum Jahr 1938 von knapp 100 jüdischen Schülerinnen besucht. Diese machten im Verhältnis zu der jüdischen Bevölkerung in Recklinghausen einen großen Anteil an Mädchen aus, die einen höheren Bildungsstandard erlangten. Seit 1938 war der Besuch der „jüdischen Schule“ am Steintor verpflichtend. Bis zum Beginn des Krieges waren die Spuren jüdischen Lebens am Oberlyzeum weitgehend verschwunden. Die Vielfältigkeit der oftmals grausamen und schicksalhaften Lebens- und Leidenswege erforschen und dokumentieren nun Schüler:innen des MCG.

Anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust im Jahr 2025 erarbeitete der bilinguale Geschichtskurs aus der 10. Jahrgangsstufe des MCGs zehn Biografien der jüdischen Schülerinnen. Die Recherche erfolgte zunächst innerhalb eines Seminartages in den Arolsen Archives – International Centre on Nazi ProsecutionDie Auswertung und Aufbereitung des Datenmaterials erfolgte dann in Kleingruppen. So entstanden eine digitalisierte Dauerausstellung sowie ein Ort des Gedenkens am MCG in der Görresstraße. Für einige der ehemaligen Mitschülerinnen ist ein Foto erhalten geblieben. Diese wurden auf kleine Metalltafeln graviert und dienen der mahnenden Erinnerung im alltäglichen Schulleben. Gleichsam sind biografische Darstellungen und kreative Impulse in Text, Ton und Zeichnungen entstanden, die per QR-Code (s.u.) zugänglich sind.

Eines der portraitierten Mädchen ist die Auschwitzüberlebende Wilhelmine Winter. Sie überstand mit der Unterstützung von Mithäftlingen eine Tuberkuloseerkrankung, einen Todesmarsch und weitere Konzentrationslager. Schließlich wurde sie von US-Truppen aus dem KZ Ravensbrück befreit und emigrierte über Peru in die USA.

Ruth Tepper entkam einer drohenden Deportation durch die Flucht ins Ausland. Als sechzehnjährige bestieg sie ohne ihre Familie in Hamburg ein Schiff, das sie nach Palästina bringen sollte. Die Reise auf der SS Patria dauerte mehrere Wochen und war beschwerlich. Im Hafen von Haifa ertrank Ruth mit 260 anderen Passagieren nach der Explosion einer Bombe an Bord des Schiffes.

Die schicksalhaften Geschichten jungen Mädchen beeindrucken die heutigen Schüler:innen tief. Die historische und moralische Verantwortung für die Erinnerung an die jüdischen Mädchen trägt das MCG allgegenwärtig weiter. In den kommenden Wochen werden acht weitere Biografien erarbeitet werden, damit die Ausstellung fortwährend wächst.

Ein Bild, das Muster, Grafiken, Kreis, Kunst enthält. Automatisch generierte Beschreibung 

(Zugang zur Dauerausstellung „Jüdische Schülerinnen am MCG (Lyzeum)“