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Spreek je Nederlands?

Das Fach Niederländisch stellt sich vor

Ja, es gibt dieses Schulfach wirklich – auch wenn diese Information bisweilen überraschte und ungläubige Gesichtsausdrücke hervorruft. Und ja, vereinzelt findet es sich auch bei uns im Ruhrgebiet.

Wir vom Marie-Curie-Gymnasium bieten dieses „exklusive“ Fach in der Sekundarstufe II an und stoßen damit auf viel positive Resonanz bei unseren Schülerinnen und Schülern. 

Wie ist das Fach Niederländisch am MCG organisiert?

  • Das Fach kann in der Oberstufe als Grundkurs angewählt werden und ist damit auch ein mögliches 3. oder 4. Abiturfach. 
  • Wie alle in der Oberstufe neu einsetzenden Fremdsprachen wird Niederländisch durchgängig 4(!)-stündig unterrichtet. 
  • Alle Schülerinnen und Schüler der kooperierenden Recklinghäuser Gymnasien können das Fach anwählen, unterrichtet wird es jedoch nur am Marie-Curie-Gymnasium und am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. 

Was lernen wir im Niederländischunterricht?

Einführungsphase (EF): Schwerpunkt Spracherwerb

Hier erarbeiten wir uns innerhalb nur eines Schuljahres die Grundlagen der niederländischen Sprache. Auf der inhaltlichen Ebene erwarten euch zum z.B.

  • Kommunikative Alltagssituationen (sich vorstellen, einkaufen, im Restaurant, im Urlaub, Wegbeschreibung, …) 
  • Berufsbezogene Aspekte (Nebenjobs, Bewerbungsschreiben, eine Reservierung machen) 
  • Landeskundliche Aspekte (spezifische Sitten und Bräuche, Schule, Touristisches, …) 
Typisch Niederländisch: Frikandellen essen „uit de muur“ (= aus der Wand)

Dabei arbeiten wir vor allem mit dem Lehr- und Arbeitsbuch „Taal Vitaal“, ergänzen dies jedoch um authentische Texte und Materialien wie aktuelle Zeitungsartikel, Stadtpläne, Internetseiten, Lieder, etc.

 Qualifikationsphase (Q1/Q2)

Hier verschiebt sich der Unterrichtsschwerpunkt vom Spracherwerb hin zum mehr themenorientierten Arbeiten. Besonders interessieren uns dabei die durch das Zentralabitur vorgegebenen Inhalte und Textformen. So stehen zurzeit etwa folgende Themen auf dem Programm:

  • Die niederländische Toleranz und ihre Grenzen 
  • Deutsch-Niederländische Beziehungen 
  • Die Niederlande und das Wasser 
  • Migration und Integration in den Niederlanden 
  • Der „Sprachenstreit“ in Belgien 

Genauere und aktuelle Informationen zum Zentralabitur Niederländisch findet ihr auf den entsprechenden Seiten des Schulministeriums.

Über den Unterricht hinaus

Exkursionen

Von Recklinghausen bis zur niederländischen Grenze sind es nicht einmal 60 km Luftlinie. Das ermöglicht es uns erfreulicherweise – im Gegensatz zu anderen fremdsprachlichen Fächern – auch einmal einen Tagesausflug in das Land zu machen, dessen Sprache wir lernen. So fahren wir nach alter Tradition jedes Jahr mit den Kursen der Q1 für einen Tag nach Amsterdam. Dort nähern wir uns, neben einer Erkundung der Hauptstadt, auch dem Unterrichtsthema „Besatzungszeit und Judenverfolgung“ und besuchen in diesem Rahmen z.B. das Anne-Frank-Haus. 

 

Amsterdam – Venedig des Nordens

Damit auch die Sprachanfängerkurse in der EF schon einmal niederländische Luft schnuppern und das bisher Gelernte vor Ort anwenden können, hat sich eine Exkursion in die grenznahe Stadt Enschede etabliert. Hierzu entwickelte eine Schülergruppe im Rahmen des Projekttages zum 100. Geburtstag des MCGs eine Stadtrallye, die nun jedes Jahr zum Einsatz kommt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. 

 

Austauschpaare beim „Bubble Soccer“ in Gelsenkirchen 

Schüleraustausch

Seit einigen Jahren pflegen wir einen Schüleraustausch mit einer Schule in Gorinchem, einer malerischen Stadt nahe Dordrecht, der niederländischen Partnerstadt von Recklinghausen. Dieser Austausch findet in der Jahrgangsstufe Q1 statt und folgt dem „klassischen“ Schema: Unsere niederländischen Gäste besuchen uns für einige Tage in Recklinghausen, einige Zeit später fahren wir nach Gorinchem. Während des jeweiligen Aufenthalts gibt es Unternehmungen in der Gesamtgruppe, jedoch verbringt jeder Teilnehmer auch Zeit in der Familie seines Austauschpartners, inklusive Übernachtung. Die Teilnahme an unserem Austausch ist selbstverständlich freiwillig. Wer mehr über unsere Partnerschule erfahren möchte, kann sich auf der Homepage des Lyceum Oudehoven Gorinchem informieren. 

Schulpartnerschaft: Fr. Treeck und Fr. Wellen (NL) beim gemeinsamen Ausmalen des Jubiläums-Kunstwerks „100 Jahre MCG“ auf dem Schulhof

Zusätzlich zum, aber gerne auch vorbereitend auf den Austausch in der Q1 bieten wir den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern der EF die Möglichkeit, an einem E-Mail-Projekt teilzunehmen. Hierbei geht es darum, mit einem oder einer gleichaltrigen Jugendlichen unserer Partnerschule auf virtuellem Wege in Kontakt zu treten und sich über verschiedenste Themenbereiche (z.B. Familie, Freizeit, Schule) in der jeweiligen Fremdsprache auszutauschen. 

 

Malerisches Gorinchem.   

Unsere Partnerschule – das Lyceum Oudehoven

 

 

Studium in den Niederlanden

Manche Schüler wählen das Fach Niederländisch vor dem Hintergrund eines möglichen Studiums im Nachbarland nach dem Abitur. Unsere Schule bekommt regelmäßig Info-Post von verschiedenen niederländischen Universitäten bzw. anderen Hochschulen mit Hinweisen auf „Schnuppertage“ etc. Diese Info-Materialien können von den Kursteilnehmerinnen- und teilnehmern gerne auf Anfrage (bei der Fachlehrerin) gerne eingesehen werden. 

Was die sprachliche Seite eines solchen Studiums in der Niederlanden betrifft, ist der Niederländischunterricht natürlich eine gute Vorbereitung. Je nach Hochschule und angestrebtem Studiengang gibt es aber noch besondere sprachliche Voraussetzungen, die nachgewiesen werden müssen. Dafür bieten die Hochschulen Sprachkurse mit anschließender Prüfung an, die man jedoch unter Umständen umgehen kann. Und hier kommt wieder der Niederländischunterricht ins Spiel. So reicht einigen Hochschulen der Nachweis, dass man das Fach Niederländisch in der gesamten Oberstufe erfolgreich belegt hat (evtl. als Abiturfach). Andere Hochschulen akzeptieren ein Fremdsprachenzertifikat, z.B. das Certificaat Nederlands als Vreemde Taal (CNaVT). Die Prüfung für dieses Zertifikat können unsere Schüler am MCG in der Q2 ablegen. 

Ist Niederländisch nicht das Fach, in dem ich mit minimalem Aufwand maximale Punktzahl erreichen kann?  

Zum Schluss darf der erhobene Zeigefinger nicht fehlen – für den Fall, dass da immer noch irgendwo dieses hartnäckige Vorurteil kursiert, Niederländisch sei ja nur eine Art Dialekt des Deutschen und daher „einfach“.

Die niederländische und die deutsche Sprache sind tatsächlich eng miteinander verwandt und ähneln sich so sehr, dass man schon nach einer relativ kurzen Eingewöhnungszeit das Niederländische in Wort und Schrift recht gut verstehen kann. Das ist einerseits schön, kann aber dazu verleiten, das regelmäßige unterrichtsbegleitende Pauken von Vokabeln, Rechtschreib- und Grammatikregeln zu vernachlässigen, weil man sich auf der sicheren Seite wähnt. Das ist allerdings ein Trugschluss, denn die aktive Sprachbeherrschung, also das Sprechen und Schreiben, muss man sich – wie in jeder anderen Fremdsprache auch – durch kontinuierliches Engagement erarbeiten. Am besten mit viel Freude!

 

 

 

 

Tot ziens

Maike Treeck, Niederländisch-Lehrerin am MCG