


Eva Weyl ist eine beeindruckende und starke Frau; jetzt konnten wir die Holocaust-Überlebende an unserer Schule begrüßen. Mit ihren persönlichen Erinnerungen hat sie uns eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Organisiert und moderiert von Geschichtslehrerin Anne Bolte und begleitet von Maren Großbröhmer vom Verein Denkdran, war es während der Veranstaltung über 90 Minuten in der Aula völlig still: Die Anwesenden – 180 Schülerinnen und Schüler der Stufen 9 und 10 – folgten dem Vortrag von Eva Weyl gebannt. Sie erzählte von ihrer Kindheit und wie sie das nationalsozialistische Durchgangslager Westerborg (Niederlande) überlebte.



Mit den tollen Fragen unserer Schülerschaft wurde es dann nach dem Vortrag sehr persönlich:
Nach dem Krieg wollte Eva Weyl sich zunächst gar nicht mit dem Grauen auseinandersetzen – sie wollte jung sein, leben und flirten. Jüdin zu sein spielte keine vorrangige Rolle. Später war sie eine geschiedene, alleinerziehende Mutter in der Schweiz und Amsterdam.
Erst mit etwa 50 Jahren, an der Seite eines neuen Lebenspartners, der ebenfalls Jude war, begann sie, sich intensiver mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Sie besuchte Auschwitz und erforschte ihre eigene Familiengeschichte genauer.
Den Diamantring, den sie zum 60. Geburtstag von ihrer Mutter erhielt, vermacht sie bereits im Voraus der Gedenkstätte Westerbork: Der Diamant hatte den Krieg überstanden, weil er in einen Knopf ihres Wintermantels eingenäht war.
Eva Weyl lebt heute in Amsterdam, hat 2 Söhne und 5 Enkel



